General Assembly | Weltparlament | Assemblée générale

Theater

 

3. bis 5. November 2017, Schaubühne am Lehniner Platz Berlin, mit einer Live-Übertragung in das Théâtre Nanterre-Amandiers Paris, Théâtre National Wallonie – Bruxelles, NT Gent, Thalia Theater Hamburg und an das SPIELART Festival München

 

Trotz weltweiter ökonomischer und politischer Verwicklungen existieren auf globaler Ebene weder wirkungsvolle rechtliche Institutionen noch ausreichende demokratische Strukturen, die den Weltmarkt hinreichend regulieren, völkerrechtliche Verstöße verfolgen, Menschenrechte durchsetzen oder ökologische Entwicklungen in sinnvolle Bahnen leiten könnten. Die General Assembly, die vom 3. bis 5. November 2017 erstmals in Berlin tagt, füllt mit ihrem Entwurf eines Weltparlaments diese Leerstelle.

 

Mit „General Assembly“ vollenden Milo Rau und das International Institute of Political Murder ihre Arbeit über die Frage der politischen und künstlerischen Bedingungen eines globalen Realismus. Vom 3. bis 5. November 2017 versammeln sich 60 Abgeordnete der General Assembly aus der ganzen Welt in der Bundeshauptstadt, um das neu gewählte deutsche Parlament herauszufordern – repräsentativ für alle Akteurinnen und Akteure, welcher Art auch immer, die von der deutschen Politik betroffen sind, jedoch kein politisches Mitspracherecht haben. Das erste Weltparlament der Menschheitsgeschichte, begleitet von einer Gruppe internationaler politischer Beobachter, gipfelt in der Verabschiedung der „Charta für das 21. Jahrhundert“.

 

Von der Arbeiter- und Frauenbewegung über Occupy Wallstreet bis zum gegenwärtigen Populismus ist die Forderung nach angemessener Repräsentation für fast alle politischen Bewegungen konstitutiv. Dies verweist auf ihren zentralen, aber stets prekären Status in jeder Demokratie: Wer wird repräsentiert im politischen Raum – und wer nicht? Als sich 1789 die Versammlung des Dritten Standes zur „Assemblée Nationale Constituante“ erklärte, war das eine Revolution. Was aber wäre diese Generalversammlung heute, im Zeitalter der Globalisierung – und wer der „Dritte Stand“? Während in Europa und den USA über die Modernisierungsverlierer und Abgehängten, über Proletariat und Rechtsrutsch im eigenen Land debattiert wird, geht die General Assembly in Hinblick auf die globale Realität von Politik und Ökonomie einen Schritt weiter und gibt den Unterrepräsentierten, den Nichtgehörten, dem globalen Dritten Stand eine Stimme: den Arbeitsmigranten, Kindern und Nachgeborenen, Kriegsopfern, den Textil- und Minenarbeitern, den Kleinbauern, den Wirtschafts- und Klimaflüchtlingen, den Opfern des sich anbahnenden Ökozids, den Weltmeeren, der Atmosphäre, den Nutztieren und Bäumen.

 

In fünf Plenarsitzungen fragen die Abgeordneten der General Assembly, wo wir als Weltgemeinschaft stehen und was zu tun ist – sozial, ökologisch, technologisch, politisch. Was bedeutet politische Souveränität im Zeitalter der Globalisierung? Wie verhalten sich die Interessen der Weltbevölkerung zu den demokratischen Prinzipien der Nationalstaaten? Wessen Forderungen nach Unabhängigkeit, Würde und Glück können zu den Forderungen der ganzen Menschheit werden? An die Stelle eines Lokalparlaments tritt ein Globalparlament, das die Mitglieder der neu gewählten deutschen Regierung auffordert, sich anzuschließen.

 

Mehr Informationen und Livestream unter: www.general-assembly.net

 

Konzept und Regie: Milo Rau, Recherche und Dramaturgie: Eva-Maria Bertschy, Bühne und Ausstattung: Anton Lukas, Dramaturgische Mitarbeit: Stefan Bläske, Carmen A.J. Hornbostel, Mitarbeit Recherche: Kasia Wojcik, Infographik: Ole Häntschel, Produktionsleitung: Mascha Euchner-Martinez, Eva-Karen Tittmann, Mitarbeit Produktionsleitung: Thomas Fabian Eder, Technische Leitung: Jens Baudisch, Kamera: Tilo Schneider, NN, Live-Streaming: Can Elbasi, Public Relations: Yven Augustin, Social Media: Luise Müller-Hofstede und Karolin Langfeldt (fromberlinto), Film „Sturm auf den Reichstag“: Patricia Corniciuc, Organisation und Mobilisierung: Daniel Knopp und Jule Ulbricht, Simultanübersetzung: Civit‘ Dolmetschen + Übersetzen, Regieassistenz: Bastian Kirfel, Dramaturgieassistenz: Nicolai Morawitz

 

Die „General Assembly“ ist eine Produktion des IIPM – International Institute of Political Murder in Koproduktion mit der Schaubühne am Lehniner Platz, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, die Spartenoffene Förderung Berlin durch die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Bundeszentrale für politische Bildung und unterstützt durch Brot für die Welt, European Center for Constitutional and Human Rights – ECCHR, medico international, Rettet den Regenwald und die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

 

Der „Sturm auf den Reichstag“ wird zudem unterstützt durch das Slavische Seminar der Universität Zürich, den HMKV Dortmund und den Schweizerischen Nationalfonds.

 

In Kooperation mit: Agit Polska, Bahrain Watch, Berlin Postkolonial, Bundesweiter Koordinationskreis gegen Menschenhandel, Club der polnischen Versager, Diem25, European Alternatives, FUTURZWEI, Germanwatch, Gesellschaft für bedrohte Völker, Initiative Schwarze Frauen in Deutschland – ADEFRA, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland – ISD, int.ie, Kampagne für ein Parlament bei der UNO / Democracy Without Borders, Kinder- und Jugendparlament Tempelhof-Schöneberg, Kurdische Gemeinde Deutschland, Oficina Precaria Berlin / 15 M, Open Knowledge Foundation Deutschland, Plough Back The Fruits – basflonmin.com, PowerShift, Reporter ohne Grenzen, RomaTrial, Tierfabriken Widerstand, Urgewald, Voix des Migrants, Welthungerhilfe u. v. a.

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