Über IIPM

Das IIPM – International Institute of Political Murder wurde vom Regisseur und Autor Milo Rau im Jahr 2007 mit Sitz in der Schweiz und in Deutschland gegründet zur Produktion und internationalen Verwertung seiner Theaterinszenierungen, Aktionen und Filme. Die bisherigen Produktionen des IIPM stießen international auf große Resonanz und stehen für eine neue, dokumentarisch und ästhetisch verdichtete Form politischer Kunst. Für die Jahre 2015/16 nimmt das IIPM am Programm der Basisförderung durch den Berliner Senat Teil.   Seit August 2014 kooperiert das IIPM zudem mit der ZHdK (Zürcher Hochschule der Künste) im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts, zu dem u. a. die Bände „Althussers Hände. Kritiken, Essays, Manifeste“ und „Dreiunddreissig. Wörterbuch für einen Neuen Realismus“ erscheinen. Bisherige Projekt- und Essaybände des IIPM wurden mehrfach aufgelegt („Die letzten Tage der Ceausescus“, 2010), von der Bundeszentrale für Politische Bildung als Schulbücher nachgedruckt („Hate Radio“, 2014) und von der „Tageszeitung“ zum „Buch des Jahres“ gewählt („Was tun? Kritik der postmodernen Vernunft“, 2013).   Seit der Gründung konzentriert sich das IIPM auf die multimediale Bearbeitung historischer oder gesellschaftspolitischer Konflikte: Unter anderem holte die Produktionsgesellschaft die Erschießung des Ehepaars Ceausescu („Die letzten Tage der Ceausescus“), den ruandischen Völkermord („Hate Radio“) und den norwegischen Terroristen Anders B. Breivik („Breiviks Erklärung“) auf die Bühne, boxte per Theaterperformance das Ausländerstimmrecht ins Parlament einer Schweizer Stadt („City of Change“), hob im Frühjahr 2013 mit zwei mehrtägigen Justiz- Spektakeln („Die Moskauer Prozesse“ und „Die Zürcher Prozesse“) ein völlig neues Theaterformat aus der Taufe und eröffnete im Mai/August 2014 mit „The Civil Wars“ in zwei Premieren in Belgien und der Schweiz das Grossprojekt „Die Europa-Trilogie“. Von Debatten weit über die Kunstwelt hinaus begleitet, touren die vom IIPM produzierten Filme, Videoinstallationen, Peformances und Inszenierungen aktuell in mehr als 20 Ländern weltweit. Zuletzt wurde die „zutiefst berührende“ (La Libre Belgique) Inszenierung „The Civil Wars“ von Publikum und Kritik euphorisch gefeiert, mit dem Jury-Preis der Theatertriennale „Politik im Freien Theater“ ausgezeichnet und von der Experten-Jury des Schweizer Fernsehens in die Liste der „5 besten Theaterstücke 2014“ gewählt. „Mehr Wirkung kann Dokumentartheater kaum provozieren“, urteilte die „Basler Zeitung“ über die Lecture-Performance „Breiviks Erklärung“, die vergangene Spielzeit nach zahlreichen Stationen im EU-Parlament Brüssel zu sehen war. Die Produktion „Die Moskauer Prozesse“, zu der in Kooperation mit Fruitmarket Kultur und Medien GmbH eine Kinofassung und mit dem Verbrecher Verlag Berlin eine Buchfassung entstand, führte zu einer internationalen Debatte über Kunstfreiheit und Zensur. Die Kinofassung lief international in den Kinos und auf Festivals und wurde mit einer „Besonderen Auszeichnung“ am Festival des Deutschen Films 2014 geehrt.   Zu den „Zürcher Prozessen“ entstand – wie auch zu den Produktionen „Die letzten Tage der Ceausescus“ und „Hate Radio“ – eine abendfüllende Filmfassung, die auf 3Sat und im Schweizer Fernsehen ausgestrahlt wurde und in ausgewählten Kinos zu sehen war. Die Hörspielfassung von „Hate Radio“ wurde mit dem renommierten „Hörspielpreis der Kriegsblinden 2014“ ausgezeichnet, die Arbeit des Regisseurs Milo mit dem IIPM insgesamt mit dem erstmals vergebenen „Schweizer Theaterpreis 2014“ geehrt. In der Spielzeit 2013/14 fand in den Sophiensaelen (Berlin) unter dem Titel „Die Enthüllung des Realen“ eine Retrospektive zur Arbeit des IIPM statt, anlässlich der Ausstellung erschien im Verlag „Theater der Zeit“ eine gleichnamige Monographie mit Beiträgen von u. a. Elisabeth Bronfen, Heinz Bude, Alexander Kluge, Sandra Umathum, Michail Ryklin und Christine Wahl, die das „Realtheater“ (Alexander Kluge) des IIPM aus verschiedenster Perspektive beleuchten. Nach Einzelausstellungen in Österreich (Kunsthaus Bregenz 2011, Akademie der Bildenen Künste Wien, 2013) und der Schweiz (migrosmuseum für gegenwartskunst Zürich 2011, KonzertTheaterBern, 2013) handelte es sich dabei um die erste Retrospektive zur Arbeit Milo Raus und des IIPM in Deutschland, die in der Presse heiss diskutiert wurde.   In der Saison 2014/15 folgten Werkschauen in Genf (Festival La Batie) und Paris (Théatre Nanterre-Amandiers), in der Saison 2015/16 in Gent (CAMPO). Nach Abschluss der Live-Talkshowreihe „Die Berliner Gespräche“ (in Kooperation mit den Sophiensaelen und der Schweizerischen Botschaft Berlin) befindet sich aktuell neben dem deusch-schweizerisch-belgischen Filmprojekt „Das Kongo Tribunal“ die Inszenierungsreihe „Die Europa-Trilogie“ in Produktion. Die mit „The Civil Wars“ (UA Mai/August 2014, Kunstenfestival Brüssel/Theaterspektakel Zürich) eröffnete Reihe wird im April 2015 mit „The Dark Ages“ (Residenztheater München, Musik: Laibach) und im November 2015 mit „Die Geschichte des Maschinengewehrs“ (Schaubühne Berlin) fortgesetzt. Auf Frühjahr 2016 entsteht in Kooperation mit CAMPO Gent unter dem Arbeitstitel „Pedophilia“ erstmals ein IIPM-Projekt mit Kindern und Jugendlichen.

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