1917 – Ausstellung einer Revolution

Theater

 

Vor 100 Jahren erschütterte die Oktoberrevolution Russland. Die Schlachten und Niederlagen des Ersten Weltkriegs hatten die Bevölkerung ausgezehrt, die Februarrevolution die Zarenherrschaft beendet. In der darauffolgenden Phase der Doppelherrschaft von Provisorischer Regierung und Sowjets tobten erbitterte Kämpfe um die Neuorganisation von Staat und Gesellschaft. Der aus dem Schweizer Exil zurückgekehrte Lenin begeisterte seine Partei für eine neuerliche Revolution. Nach der Erstürmung des Winterpalastes im Oktober übernahmen die Bolschewisten in Petrograd die Macht. Wenige Wochen später begann der Bürgerkrieg.

 

Milo Raus großangelegtes Drama »1917« spielt zwischen dem Scheitern der Reformversuche 1917 und dem Attentat auf Lenin im August 1918. Es ist das Porträt einer Gesellschaft zwischen Aufbruch und Apathie, Revolutionssehnsucht und reaktionären Widerständen. Vergleichbar den Stücken Tschechows oder „Dantons Tod“ von Büchner entsteht ein Tableau der Hoffnungen und Ängste, der politischen Ideale und privaten Eitelkeiten. Die Inszenierung zeichnet ein Porträt des enigmatischen Revolutionsjahrs, das Pandämonium der wohl folgenreichsten Revolution der Menschheitsgeschichte.

 

Regie: Milo Rau

Ausstattung: Anton Lukas, Silvie Naunheim

Video: Kevin Graber

Dramaturgie: Stefan Bläske, Florian Borchmeyer, Nils Haarmann

Historische Beratung Gleb. J. Albert

© 2014 IIPM