ALTHUSSERS HÄNDE

2015 / Verbrecher Verlag Berlin

Von Milo Rau / Hg. von Rolf Bossart

“Die Wahrheit tritt nicht in unser Leben, um uns mit Küssen und Tränen zu wecken, aber wir alle sind unruhig, wir alle sind bereit“, schreibt Milo Rau in seinem 2008 entstandenen autobiographischen Essay „Nachmittag eines Linksfaschisten“. Der vorliegende Band versammelt Texte Raus aus 10 Jahren und zeigt den „Theaterrevolutionär“ (Der Spiegel) in allen erdenklichen Facetten: als kämpferischen Reporter und ironischen Autobiographen, als Liebhaber von Euripides genauso wie von Nicole Kidman. Ob Filmkritik zu David Lynch, Essay zu Roland Barthes oder Traumprotokoll, ob ästhetisches Manifest oder soziologische Miniatur: Rau ist stets ganz nahe am Gegenstand und zugleich auf Augenhöhe mit der Weltgeschichte. Und auch die tiefsinnigste Betrachtung greift aus ins politische Engagement, ganz nach dem Motto von Raus legendärem Weblog ALTHUSSERS HÄNDE: „Ich weiss sehr wohl, wie widersprüchlich man sein muss, um wirklich konsequent zu sein.“

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