LET’S CREATE TWO, THREE, MANY CONGO TRIBUNALS – The Campaign starts!

 

DAS „KONGO TRIBUNAL“ WIRD ZUR INSTITUTION!

 

„Und bei all den Schrecken, die im Film gezeigt werden, ist es mir wichtig, die Hoffnung nicht aus den Augen zu verlieren. Denn wenn das ‚Kongo Tribunal‘ eines bewiesen hat, dann dass die Wahrheit gefunden werden kann, egal wie kompliziert die Zusammenhänge sind. Und Gerechtigkeit ist möglich, hier und jetzt. Wir müssen sie nur herstellen.“ (Milo Rau, Director’s Statement)

 

Als Milo Rau 2015 das „Kongo Tribunal“ in Bukavu (Demokratische Republik Kongo) realisierte, ging eine Erschütterung durch das Land: zwei an Massenverbrechen beteiligte Minister wurden entlassen, mit dem Motto „Verité et Justice“ (Wahrheit und Gerechtigkeit) wurde das Theater-Tribunal zum Hoffnungsträger für Veränderung in einer Region, die unter einem seit über 20 Jahren andauernden Bürgerkrieg leidet. Und als im Sommer 2017 der gleichnamige Dokumentarfilm der kongolesischen Bevölkerung vorgestellt wurde, waren die Reaktionen überwältigend: Tausende Kongolesen waren gekommen, um sich den Film anzusehen. „Dieser Film ist der letzte Hilfeschrei: Erhebt Euch! Worauf wartet ihr!“, sagte ein Zuschauer einem der begleitenden Journalisten. Für den Träger des Alternativen Nobelpreises Denis Mukwege, Leiter des Pansi-Hospitals (Bukavu), ist es ein Film „von unschätzbarem Wert für unser Land.“

 

Als erstes Kunstprojekt überhaupt soll aus dem „Kongo Tribunal“ nun eine Institution werden: Mit der Initiative „Schaffen wir zwei, drei, viele Kongo Tribunale“ wird, gemeinsam mit einer Gruppe von kongolesischen und europäischen Juristen, Menschenrechtsaktivisten und Journalisten (u. a. Sylvestre Bisimwa, Solange Lusiku, Jean-Louis Gilissen, Colette Braeckman, Harald Welzer, Wolfgang Kaleck), der mit Milo Raus „Das Kongo Tribunal“ begonnene Kampf gegen die Straflosigkeit in der Demokratischen Republik Kongo weitergeführt. Ziel ist die Einrichtung einer Institution, die im Ostkongo mit einer Reihe von lokalen zivilgesellschaftlichen Tribunalen nach dem Modell von „Das Kongo Tribunal“ (2015/2017) die Massen- und Wirtschaftsverbrechen in der Region aufarbeitet. Um die geplanten Tribunale finanziell, inhaltlich, organisatorisch und logistisch unterstützen zu können, sammelt der Verein DOCTIVISM Spendengelder. Offiziell eröffnet wird die Kampagne SCHAFFEN WIR ZWEI, DREI, VIELE KONGO TRIBUNALE am 9. März an der Akademie der Künste (Berlin) in Anwesenheit des Untersuchungsleiters Sylvestre Bisimwa, des Jurymitglieds Wolfgang Kaleck und des Regisseurs Milo Rau.

 

Die Beendigung der Straflosigkeit in der Demokratischen Republik Kongo ist eine strapaziöse, langwierige Angelegenheit. Eine umfassende Aufarbeitung der während des Bürgerkriegs verübten Massenverbrechen wurde bisher weder von nationalen noch von internationalen Gerichten in Angriff genommen. Die Ausbeutung der für die westlichen Industrien unersetzbaren Rohstoffe geht weiterhin einher mit Umsiedlungen, Konflikten und Gewalt.

 

Für Das Kongo Tribunal hat Milo Rau die Opfer, Täter, Zeugen und Analytiker des Kongokriegs zu einem einzigartigen zivilen Volkstribunal im Ostkongo versammelt – dem „ambitioniertesten politischen Theaterprojekt aller Zeiten“ (The Guardian). Dabei ist das scheinbar Unmögliche gelungen: alle Beteilig­ten – Regierung, Oppo­sition, Mi­li­tär, Rebellen, inter­nationale Minen­konzerne, lokale Minen­arbeiter, Bauern, Menschen­rechts­aktivisten und Globali­sierungsexperten – wurden involviert und konnten zu Zeugenaussagen in dem öffentlich abgehaltenen Tribunal be­wegt werden.

 

Der Erfolg dieser symbolischen Verhandlungen war durchschlagend, weil erstmals in zwei Jahrzehnten ein geschützter öffentlicher Raum geschaffen wurde, in dem die Opfer von Vertreibung, Enteignung, Vergewaltigung und Mord ihre Anliegen und Anklagen vorbringen konnten und von den regionalen und nationalen Regierungen sowie von einem lokalen und internationalen Publikum angehört wurden.

 

Seit dem ersten Kongo Tribunal fordern die Opfer von Massenverbrechen und die Zivilgesellschaft in den Provinzen Nord- und Südkivu weiterhin Gerechtigkeit und ein unabhängiges und unparteiisches Gericht. 2018 wollen die international renommierten Juristen Jean-Louis Gilissen, Strafverteidiger und Opfervertreter beim Internationalen Strafgerichtshof, und Sylvestre Bisimwa, kongolesischer Menschenrechtsanwalt, eine Form kontinuierlicher zivilgesellschaftlicher juristischer Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen auf lokaler Ebene etablieren, um das Plädoyer gegen die Straflosigkeit in der Region, auf nationaler und internationaler Ebene zu intensivieren.

 

Ab Herbst 2018 sollen mehrere Tribunale (geplant sind zunächst fünf) an den Schauplätzen von vergangenen Massen- und Wirtschaftsverbrechen im Ostkongo eingerichtet werden, um glaubwürdige Beweise für die Verbrechen zu sammeln und eine Anklage gegen die Täter zu fordern. Damit die Opfer des Bürgerkriegs im Ostkongo eine Stimme erhalten und die Wahrheit über vergangene Verbrechen gehört werden kann.

 

Wir wollen die geplanten Tribunale finanziell, inhaltlich, organisatorisch und logistisch unterstützen, weil wir überzeugt sind, dass sie helfen werden, dem Frieden den Weg zu bereiten.

 

Auf unseren Infoseiten erklären wir Ihnen, was mit den Spenden genau passiert und wer hinter Doctivism steckt – und freuen uns jetzt schon auf Ihre Unterstützung! Offiziell eröffnet wird die Kampagne „Schaffen wir zwei, drei, viele Kongo Tribunale“ am 9. März an der Akademie der Künste in Anwesenheit des Regisseurs Milo Rau, des Untersuchungsleiters Sylvestre Bisimwa und des Jurymitglieds Wolfgang Kaleck.

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