2. und 3. Februar 2012
HATE RADIO im Theater Südpol Luzern
Südpol | Musik Tanz Theater
Arsenalstrasse 28
6010 Kriens
2. und 3. Februar 2012, jeweils 20 Uhr
„Hate Radio“ beschäftigt sich mit dem Genozid in Ruanda von 1994. Zwischen April und Juni 1994 wurden in dem zentralafrikanischen Staat bis zu 1’000’000 Angehörige der Tutsi-Minderheit auf grausamste Art und Weise von der anderen Volksgruppe, den Hutu, massakriert. Grund dafür waren diffuse Ausbeutungs-Vorwürfe seitens der Hutu an die Gruppe der zugewanderten Tutsi. Die für die Morde verantwortlichen Rebellen und Milizen wurden von einer Propaganda unterstützt, bei der der Sender Radio-Télévision Libre de Mille Collines (RTLM), eine nachgewiesen maßgebliche Rolle spielte. Das Programm bestand aus Pop-Musik und Sportberichten aber eben auch brutalen Hetzreden sowie regelrechten Aufrufen zum Mord. Mit unbeschreiblichem Zynismus hatten die Mitarbeiter des populären Senders den Völkermord seit Monaten wie eine Werbekampagne vorbereitet.
Das Projekt „Hate Radio“ lässt RTLM in originalgetreu nachgebauten Kulissen wieder live auf Sendung gehen. Im Mittelpunkt stehen das Reenactment einer Sendung von RTLM und ihre Moderatoren. Wie Rassismus funktioniert, wie Menschen ihre Menschlichkeit im wahrsten Sinne „abgesprochen“ wird: Dies wird anhand einer aus Dokumenten und Zeugenaussagen rekonstruierten szenischen Installation fühl- und erfahrbar gemacht.
Am 3. Februar im Anschluss an die Vorstellung Publikumsgespräch mit den Künstlern. Gast: Prof. Dr. Aram Mattioli, Professor für Geschichte an der Universität Luzern mit Schwerpunkt Neueste Zeit.


